Wohnqualität: die Nachbarinnen & Nachbarn stören am meisten

Autor
Mag. FH Phillip Ramach, Geschäftsführer ViennaEstate Hausverwaltung GmbH
Kategorien
ImmobilienPeopleWissenswertes
Veröffentlicht am 19. November 2025
Symbolfoto Nachbarn

Eine repräsentative Umfrage von immowelt zeigt, wie wichtig das Wohnumfeld für die Lebensqualität ist – und wo die größten Herausforderungen liegen. 59 Prozent der Österreicher*innen fühlen sich in ihrem Wohnumfeld durch mindestens einen Aspekt gestört. Die häufigsten Gründe sind Konflikte mit Nachbarinnen und Nachbarn, hohe Wohnkosten und eine unzureichende Infrastruktur.

Die größten Störfaktoren im Überblick

  • 19 % der befragten Österreicher fühlen sich durch ihre Nachbarn aufgrund von Gerüchen, Lärm oder kulturellen Konflikten belästigt.
  • 17 % geben hohe Wohnkosten als Störfaktoren an, 15 % schlechte Infrastruktur.
  • 10 % der Befragten vermissen Freizeitmöglichkeiten.

Stadt vs. Land – Die Studie zeigt klare regionale Unterschiede:

In Städten mit mehr als 100.000 Einwohner*innen klagen 25 % über Nachbar*innen und 22 % über hohe Kosten. Auf dem Land sind diese Werte mit 12 % bzw. 11 % deutlich geringer. Auch die Wohnform spielt eine Rolle: In kleinen Wohnanlagen mit weniger als 50 Einheiten fühlen sich 70 % belastet, in großen Anlagen 60 %, während Einfamilienhäuser mit 51 % am besten abschneiden.

Wer ist besonders betroffen?

Junge Menschen, Singles und Mieter erleben ihr Wohnumfeld häufiger als belastend: 75 % der 16- bis 29-Jährigen sowie der Single-Haushalte bis 39 Jahre beschweren sich über dieses. Mit zunehmendem Alter sinkt dieser Anteil auf 42 % bei den über 60-Jährigen. Auch die Wohnform spielt eine Rolle: 71 % der Mieter berichten von Störfaktoren, bei Eigentümern 50 %. Zudem empfinden Personen, die auf weniger als 100 Quadratmetern wohnen ihr Wohnumfeld besonders häufig als belastend.

Die Rolle der Nachbarschaft


Für 78 % der Befragten ist eine gute Nachbarschaft entscheidend für Wohnqualität – auf dem Land sogar für 85 %. Dennoch geben 8 % an, kein gutes Verhältnis zu ihren Nachbar:innen zu haben.
Wohnqualität ist mehr als Quadratmeter und Preis. Das soziale Umfeld spielt eine zentrale Rolle. In Städten belasten vor allem Nachbar*innen und hohe Kosten, während am Land Infrastruktur und Freizeitangebote fehlen.


Wie können Hausverwaltungen und Eigentümer*innen aktiv unterstützen?

Eine gute Nachbarschaft ist kein Zufall – sie lässt sich fördern. Hausverwaltungen und Eigentümer*innen können hier entscheidend beitragen:

  • Mediation bei Konflikten: Professionelle Vermittlung entschärft Spannungen.
  • Klare Regeln: Transparente Hausordnungen zu Ruhezeiten und gemeinschaftlichen Flächen.
  • Digitale Kommunikationsplattformen: Fördern Austausch und Verständnis.
  • Gemeinschaftsangebote: Nachbarschaftstreffen oder Infoveranstaltungen stärken das Miteinander.
  • Feedback-Kanäle: Regelmäßige Umfragen helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen.

In diesem Sinne: auf gute Nachbarschaft!