Wohnen in Wien: kein Preisrausch, aber auch kein Preisrutsch

Autor
Florian Prammer, Geschäftsführer ViennaEstate Makler GmbH
Kategorien
Immobilien
Veröffentlicht am 2. Juni 2026
Wiener Innenstadt Symbolfoto

Was kostet Wohnen in Wien eigentlich heute? Und vor allem: Warum fühlt es sich für viele Menschen so an, als wäre Eigentum zwar wieder etwas greifbarer geworden, aber noch lange nicht wirklich günstig?

Der Immobilienmarkt 2025 beruhigt sich derzeit ein wenig, bleibt aber trotzdem teuer. Laut einer Aussendung der Statistik Austria vom 28. Mai 2026 sind die Preise für Häuser und Eigentumswohnungen in Österreich nach dem Rückgang im Jahr 2023 in den Jahren 2024 und 2025 wieder gestiegen. Gleichzeitig liegen sie aber noch immer unter dem Höchststand von 2022.

Das klingt auf den ersten Blick vielleicht widersprüchlich. Doch genau darin liegt die aktuelle Lage am Markt: Es gibt keinen neuen Preisrausch, aber eben auch keinen echten Preisrutsch. Stattdessen sehen wir eine Entwicklung, die viele Käuferinnen, Käufer und Eigentümer*innen beschäftigt: Der Markt stabilisiert sich – auf hohem Niveau.

Österreichweit steigen die Preise wieder – Wien bleibt ganz vorne

Wer auf die österreichweiten Zahlen blickt, erkennt schnell: Eigentum ist 2025 wieder etwas teurer geworden. Laut Statistik Austria lag der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen bei rund EUR 4.162, Häuser kamen auf etwa EUR 2.836 pro Quadratmeter.

Doch was heißt das konkret für Wien?

Die Antwort ist klar: Wien bleibt das teuerste Pflaster Österreichs. Für Eigentumswohnungen wurden in der Bundeshauptstadt im Schnitt rund EUR 5.212 pro Quadratmeter bezahlt, für Häuser sogar etwa EUR 5.376 pro Quadratmeter. Wer also in Wien kaufen möchte, braucht deutlich mehr Budget als im Rest des Landes. Und das gilt nicht nur für besonders exklusive Adressen, sondern ganz grundsätzlich für den gesamten Wiener Markt. Das bedeutet: Nicht alles wird von Jahr zu Jahr automatisch drastisch teurer. Der Markt reagiert, passt sich an, korrigiert sich, allerdings nicht überall gleich stark.

Wien ist nicht gleich Wien

Vielleicht ist genau das eine der wichtigsten Erkenntnisse aus den aktuellen Zahlen: Wenn über „den Wiener Immobilienmarkt“ gesprochen wird, klingt das oft nach einem einzigen, homogenen Markt. In Wahrheit ist Wien aber ein Mosaik aus sehr unterschiedlichen Lagen, Bezirken und Preisniveaus.

Die guten, begehrten Lagen bleiben teuer, dort zeigt sich der Markt weiterhin robust. In anderen Teilen der Stadt wirkt das Preisniveau deutlich moderater. Das bedeutet nicht automatisch „günstig“, zeigt aber klar: Wer nach Wien blickt, muss genauer hinsehen.

Und was bedeutet das alles nun für Käuferinnen und Käufer? Ist jetzt ein guter Kauf-Zeitpunkt?

Die Statistik selbst gibt darauf keine konkrete Kaufempfehlung. Aber sie zeichnet ein Bild, das sich gut einordnen lässt: Der Markt ist wieder in Bewegung, die Preise steigen moderat. Sie laufen nicht mehr davon wie in früheren Boomphasen, sinken aber auch nicht deutlich. Wer sich mit dem Gedanken trägt, Eigentum zu erwerben, trifft heute auf einen Markt, der anspruchsvoll ist – aber gleichzeitig berechenbarer geworden ist.

Unser Fazit

Wien bleibt 2025 die teuerste Wohnadresse Österreichs, doch der Markt wirkt wieder ruhiger, nachvollziehbarer und weniger aufgeheizt als noch vor wenigen Jahren. Wohnungen, Häuser und Grundstücke kosten weiterhin viel, aber die Entwicklung ist differenzierter geworden, und eine bessere Orientierung ist wieder möglich. Und der Blick auf 2026? Keine Überraschung: Der Markt bleibt in dieser „Zwischenphase“ – ruhig, stabil, aber weiterhin anspruchsvoll.

Eines ist jedoch klar: Wer ernsthaft über den Kauf von Eigentum nachdenkt, sollte nicht zu lange zögern. Dass die Preise in absehbarer Zeit deutlich sinken, ist derzeit nicht zu erwarten.