Mietpreise auf Rekordniveau: Eigentum sorgt für Stabilität

Autor
Victoria Reichard, MSc, Geschäftsführung ViennaEstate Asset Management GmbH
Veröffentlicht am 16. März 2026
Symbolfoto Wohnen

Die Mietpreise in Österreich sind 2025 erneut deutlich gestiegen. Aktuelle Zahlen zeigen: Wohnen zur Miete wird für immer mehr Haushalte zur finanziellen Dauerbelastung. Gleichzeitig bleibt das Angebot an leistbarem Wohnraum knapp. Vor diesem Hintergrund gewinnt Wohneigentum als langfristige Investition wieder zunehmend an Bedeutung – auch wenn der Einstieg mit höheren Anfangskosten verbunden ist.

Mietpreise steigen weiter – zweistelliges Niveau bleibt

Laut einer Aussendung der Statistik Austria lag die durchschnittliche Miete inklusive Betriebskosten im vierten Quartal 2025 bei 10,4 Euro pro Quadratmeter. Das entspricht einem Anstieg von 1,6 % gegenüber dem Vorquartal und einem Plus von 4,6 % im Jahresvergleich. Damit bleibt das Mietniveau in Österreich das gesamte Jahr über im zweistelligen Euro-Bereich. Für eine durchschnittliche Hauptmietwohnung zahlten Haushalte zuletzt 686,80 Euro pro Monat, wovon rund 172,50 Euro auf Betriebskosten entfielen. Auch diese stiegen erneut an (+1,3 %). Die Daten basieren auf einer Analyse von rund 1,8 Millionen Hauptmietverhältnissen in ganz Österreich.

Wohnungsknappheit verschärft den Druck auf Mieter*innen

Expert*innen sehen die zentrale Ursache der Mietpreisentwicklung in der anhaltenden Wohnungsknappheit. Besonders in Ballungsräumen – allen voran Wien – treffen hohe Nachfrage und rückläufige Bautätigkeit aufeinander.
Der „Erste Wiener Wohnungsmarktbericht 2026“ von BUWOG und EHL zeigt:
Die Zahl der Baubewilligungen in Wien ist von 21.400 im Jahr 2019 auf nur noch 5.772 im Jahr 2024 gesunken. Auch die Fertigstellungen gehen deutlich zurück. Besonders kritisch ist die Situation im Mietsegment, wo sich die Zahl neu errichteter frei finanzierter Mietwohnungen 2025 nahezu halbiert hat.
Eine kurzfristige Entspannung ist nicht in Sicht. Sowohl der Österreichische Verband der Immobilienwirtschaft (ÖVI) als auch das WIFO erwarten in den kommenden Jahren keine deutliche Verbesserung des Angebots.

Mietpreisbremse ändert wenig an der strukturellen Entwicklung


Zwar wurde ab 2026 eine gesetzliche Mietpreisbremse eingeführt, die inflationsbedingte Erhöhungen begrenzen soll. Doch diese Maßnahme wirkt vor allem dämpfend auf das Tempo, nicht auf das grundlegende Problem.
Das hohe Ausgangsniveau der Mieten, steigende Betriebskosten und die geringe Neubautätigkeit bleiben bestehen. Für viele Haushalte bedeutet das: dauerhafte finanzielle Belastung ohne Vermögensaufbau.


Eigentum als strategische Antwort auf steigende Mieten

In einem Umfeld kontinuierlich steigender Mieten rückt Wohneigentum wieder stärker in den Fokus. Zwar stellt der Erwerb einer Immobilie eine hohe Anfangsinvestition dar, langfristig bietet Eigentum jedoch entscheidende Vorteile:

  • Schutz vor steigenden Mietkosten
  • Planungssicherheit über Jahrzehnte
  • Vermögensaufbau statt laufender Mietzahlungen
  • Inflationsschutz durch Sachwert

Gerade für Menschen mit langfristiger Wohnperspektive kann Eigentum wirtschaftlich sinnvoller sein als dauerhaft steigende Mietkosten zu tragen – insbesondere in Städten mit angespanntem Mietmarkt.

Warum viele derzeit eher in Aktien oder Krypto investieren als in Eigentum

Trotz langfristiger Vorteile gilt Wohneigentum aktuell für viele als weniger attraktiv. Gründe dafür sind vor allem hohe Kaufpreise, gestiegene Zinsen, strengere Kreditvergaberichtlinien sowie hohe Eigenmittelanforderungen. Der Kapitaleinsatz ist im Vergleich zu früher deutlich höher, während kurzfristige Erträge – etwa durch Vermietung – durch gesetzliche Eingriffe wie Mietpreisbremsen und steigende laufende Kosten begrenzt sind.
Im Gegensatz dazu erscheinen Aktien‑ und Kryptomärkte für viele Anleger*innen flexibler und liquider: Investitionen sind bereits mit kleineren Beträgen möglich, lassen sich rasch auf- und abbauen und versprechen – zumindest kurzfristig – höhere Renditechancen. Besonders in einem Umfeld wirtschaftlicher Unsicherheit und technologischer Dynamik weichen Anleger*innen daher vermehrt auf alternative Anlageformen aus. Allerdings gehen diese Investitionen auch mit höheren Schwankungen und Risiken einher, während Immobilien weiterhin als wertstabile, inflationsgeschützte Langfristanlage gelten.

Fazit: Steigende Mieten machen Eigentum langfristig attraktiv
Die aktuellen Zahlen belegen: Mieten in Österreich steigen weiter, und eine baldige Entspannung des Wohnungsmarkts ist nicht absehbar. Auch wenn der Kauf einer Immobilie mit höheren Einstiegskosten verbunden ist, zeigt sich Wohneigentum zunehmend als stabile, planbare und langfristig wirtschaftliche Alternative zur Miete.